Archiv des Autors: Christof

Neuer Master zum Patentingenieur an der Lake Constance Business School

Die “Lake Constance Business School” und die “Hochschule Konstanz” (FH) haben uns gebeten, auf ihren berufsbegleitenden Studiengang “Patentingenieur/in Master of Arts (M. A.)” hinzuweisen. Dem kommen wir gerne nach. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Steckbrief zum Studiengang:
Regelstudienzeit: 4 Semester
Studienbeginn: 25. September 2017
Studienplätze: 15
Bewerbungsfrist: 15. Juli 2017
Abschluss (FH): Master of Arts (M. A.) Patentingenieur/in(M. A .)
Kosten: 15.100,- €
Dauer: 74 Tage
Ort: Jugendstilvilla Rheinburg in Konstanz

Weitere Infos gibt es unter:
http://www.lcbs.htwg-konstanz.de/ma/pim

Auf Nachfrage bei Herrn Roland Luxemburger, Ansprechpartner vor Ort, haben wir noch folgende Infos für Interessenten erhalten:

Zum Studienangebot allgemein:
“Das Angebot ist berufsbegleitend, setzt Berufspraxis nach dem Erststudium sowie eine studienbgeleitende Berufstätigkeit voraus und baut auf beide auf. Das Angebot fokussiert primär die juristischen Aspekte ergänzt durch ausgewählte relevante Ingenieursthemen, soll primär auf eine Tätigkeit als Patentingenieur abzielen und ist nicht als Vorqualifikation auf dem Weg zum Patentanwalt gedacht.”

Zur Verteilung der technischen/nicht-technischen Fächer:
“Aus unserer Sicht fehlt Ingenieuren, die primär in Unternehmen und nicht in in Patentanwaltskanzleien als Patentingenieure tätig sein wollen, vor allem das juristische Rüstzeug. Dies wird durch die Stellenanzeigen der Unternehmen, die Patentingenieure suchen eindrücklich belegt. Die Stellenanzeigen der Patentanwaltskanzleien hingegen suche primär reine Ingenieure und gehen davon aus, dass der juristische Teil von Patentanwälten und Volljuristen abgedeckt wird. Insofern scheint uns die von uns getroffene Fächerauswahl im Hinblick auf eine Tätigkeit in Unternehmen sinnvoll und notwendig.”

Zur Einbindung der Patentanwaltskanzlei Daub Patent & Recht, die im Wesentlichen die Dozenten des Studienganges stellt:
“Wir haben an unserer Hochschule auch einen grundständigen Bachelor und Master im Bereich Wirtschaftsrecht. Der maßgebliche Teil der Lehre wird von dort Lehrenden Professoren und von Professoren aus den Ingenieurstudiengängen abgedeckt. Die Dozenten von Daub Patent & Recht und auch die Dozenten aus einschlägigen Bereichen in Unternehmen sollen die Praxis abbilden (wie es sich für eine “Fachhochschule” gehört). Zudem sind diese auch erfolgreich als Lehrbeauftragte in den grundständigen Studiengängen tätig, insofern macht es Sinn, auf sie zurück zu greifen, weil sie die Fakultät kennen und dadurch die Abstimmung der Lehrenden wesentlich besser und effizienter ist. Da wir als Fachhochschule eine regionale Hochschule sind, kooperieren wir auch mit regionalen Partnern, was bei gleicher Qualität auch schon aus Kostengründen Sinn macht (bei den Reisekosten z.B., nicht beim Honorar)”.

Ich persönlich denke, dass der Studiengang für Absolventen eines rein-technischen Bachelor-Studiengangs (dieser ist meines Erachtens für ein mögliches Interesse an der EQE dringend zu empfehlen!) in der Findungsphase für den weiteren beruflichen Werdegang durchaus interessant sein kann. Und wenn man es geschickt anstellt, findet man vielleicht sogar einen Arbeitgeber mit Patentabteilung und dem Willen, die Studienkosten zumindest teilweise mit zu tragen.

EQE Podcast

Ich hatte kürzlich das Vergnügen, für einen EQE-Podcast der erste Interview-Gast von Dr. Nico Riffel zu sein. Nico betreibt die Webseite http://www.pass-the-eqe.com, welche die einzige mir bekannte Webseite in diesem Umfang zur Vorbereitung auf die EQE in deutscher Sprache ist. Dort gibt es viele nützliche Beiträge, Lernmaterial und seit kurzem eben auch einen Podcast zur Vorbereitung auf die EQE.

Das Interview haben wir auf einen Rutsch auf Skype durchgeführt und es war recht unterhaltsam. Für die Zukunft hat Nico noch weitere Interviews mit anderen Absolventen, CEIPI-Tutoren, Kandidaten sowie mit Re-Sittern geplant. EQE-Kandidaten kann ich die Webseite nur wärmstens empfehlen.

How to pass the EQE

Leider habe ich hierfür kein Patentrezept, aber vielleicht ein paar Tipps, die für den ein oder anderen hilfreich sein könnten. Ich habe 2012 die Vorprüfung und 2013 die Hauptprüfung (alle vier Teile) geschrieben und bestanden.

Kurz zu meiner persönlichen Ausgangssituation. Ich habe Patentingenieurwesen an der HAW in Amberg studiert, im Juli 2009 in einer Patentanwaltskanzlei zu Arbeiten begonnen und gehöre somit zu den letzten glücklichen Patentingenieuren aus Amberg, die noch zur EQE zugelassen wurden. Ich habe keine Kinder, kein Haus zu bauen, oder sonstige Zeitfresser, die mich vom Lernen neben der Arbeit abhalten könnten. Das kann ein entscheidender Faktor sein, wenn man vor der Entscheidung steht, die Prüfung komplett oder gestaffelt zu schreiben.

So, hier nun eine Reihe von Punkten, die von Interesse sein könnten:

  1. Lern- und Prüfungsmaterial
    – EPÜ (das dreisprachige vom EPA)
    – PCT (Handbuch von Malte Köllner)
    – PVÜ
    – Richtlinien für die Prüfung im EPA
    – Applicant’s Guide für EPÜ und PCT
    – nationales Recht zum EPÜ
    – C-Book
    – Delta Patents (nur für den D Teil)
    – ansonsten noch viele Formblätter vom EPA und der WIPO, Länderlisten, Amtsblätter, Beschlüsse, etc., die ich an dieser Stelle nicht aufzählen möchte, da es den Rahmen sprengen würde
    – außerdem empfehle ich noch SEHR das EQE-Forum sowie die EQE-Wiki. Dort sind auch weitere Erfahrungsberichte und Hinweise diesbezüglich zu finden
  2. EPÜ/PCT-Kommentar: Ja oder nein?
    Ich habe KEINEN Kommentar verwendet, sondern mein EPÜ beim Lösen der DeltaPatents Aufgaben selbst ergänzt bzw. kommentiert. Das ist natürlich nicht in zwei Wochen erledigt und irgendwann wird auch der Platz knapp, aber dadurch lernt man auch mehr, oder zumindest intensiver. Ich hatte außerdem das Gefühl, damit deutlich schneller zu den Antworten zu gelangen als andere mit fertigem Kommentar wie zum Beispiel dem sehr umfangreichen Kley, und die knappe Zeit ist in jedem Teil der Hauptprüfung der größte Feind.
  3. Muss ich einen Kurs belegen und falls ja, welchen?
    Ich habe den wohl bekanntesten aller Vorbereitungskurse besucht. Den vom CEIPI in Strasbourg. Diesen möchte ich hier, insbesondere für die Teile C und D, auch ausdrücklich empfehlen. Ein Arbeitskollege hat noch das Examinatorium Europaeum in Hagen mitgenommen, war allerdings nicht ganz so zufrieden. Wahrscheinlich, weil die Dozenten in Hagen (das Angebot gibt es erst seit 2012) noch nicht die Erfahrung der CEIPI Tutoren haben. Ich für meinen Teil würde sagen, dass der CEIPI Kurs ausreichend ist. Außerdem ist er, zumindest für Patentingenieure bzw. Sachbearbeiter, deutlich günstiger als der Kurs in/aus Hagen.
  4. Lernen nach Plan
    Ich hab mir für Dezember bis Februar einen LERNPLAN erstellt und für jeden einzelnen Tag (!) eingetragen, welche alte Klausur zu welchem Teil ich an welchem Tag schreiben möchte. Ohne solch einen Lernplan sagt man sich im Dezember oder Januar schnell mal “ach, der eine Tag…” und denkt, das macht schon nichts.. Aber mit dem Plan erkennt man schnell und klar, dass wenn man einen Lerntag vergehen lässt, diesen kaum noch an einem anderen Tag unter bekommt. Dadurch motiviert der Plan nicht nur, er gibt einem außerdem ein gutes Gefühl, wenn man sich nach ein paar Wochen direkt vor Augen halten kann, was man schon alles für diese Prüfung getan hat.
  5. Wie viele alte Klausuren muss ich schreiben?
    Ich behaupte jetzt einfach mal, dass fünf alte Klausuren zu jedem Teil (für den C-Teil vielleicht ein paar mehr) ausreichend sind, um die Prüfung zu bestehen. Vorausgesetzt:
    – man besitzt beim Schreiben der Prüfung bereits ein solides Grundwissen zum jeweiligen Teil. Dies trifft insb. auf den D Teil zu. Dort sollte man sich vor dem Schreiben alter Klausuren bereits in den DeltaPatents zu Hause fühlen; und
    – man SCHREIBT die alte Klausur auch tatsächlich, im Idealfall unter Prüfungsbedingungen, was leichter gesagt ist als getan. Ich persönlich glaube, dass das der größte Fehler ist, der von Kandidaten begangen wird. Man macht sich ein paar Gedanken und Notizen, schaut in die Musterlösung und sagt sich “ja so ähnlich hätte ich das auch gemacht..”. Also nochmal: SCHREIBT DIE ALTEN KLAUSUREN, BIS ZUM SCHLUSS!! Wenn ich mich auf einen Marathon vorbereite, im Training immer nur 5km laufe und sage “ach, die Strecke kenn ich ja theoretisch und im Wettkampf reiß ich mich dann schon zusammen”, werde ich bereits vor der Hälfte der Wettkampfstrecke stehen bleiben – auf die EQE übertragen, keine 45 Punkte schaffen. Dies trifft insbesondere auf den C-Teil zu. Bei A und B Teil mag die Vorbereitung in Stichpunkten vielleicht reichen, beim DI Teil vielleicht auch, aber nicht beim C Teil. Man kann es sich am Anfang nicht vorstellen, wie lange es dauert, einen sauberen und vollständigen Problem-Solution-Approach zu verfassen. In der Regel ist es so, dass man nach gut einer Stunde weiß, wie der Hase läuft und die restlichen 4-5 Stunden damit verbringt, dieses Wissen mit glühenden Fingern aufs Papier zu bringen. Und wenn man das zu Hause nicht x-mal gemacht hat, wird man in der Prüfung unter Garantie ein großes Problem bekommen. Danach sollte man sich natürlich genug Zeit für den Examiner’s Report nehmen.Ich haben mir hierfür vier Wochen Lernurlaub genommen, den ich in einem Zimmer in unserer Kanzlei verbracht habe. Somit konnte ich mich ausschließlich auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren. Die alten Prüfungen habe ich dabei auf dem original Prüfungspapier (hier im Blog zu finden) geschrieben und mit den Stiften, die ich auch in der Prüfung verwendet habe. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Füller oder ein Ball-Pen. Irgend ein Stift, der leicht schreibt. Bei einem Kugelschreiber fallen einem nach einer Stunde die Finger ab.
  6. Bilden einer Lerngruppe
    Und wenn es nur eine einzige weitere Person ist, der man Fragen stellen kann bzw. beantworten muss. Ich habe in unserer Kanzlei eine kleine Lerngruppe mit Jung-Ingenieuren und Kandidaten (die die EQE noch vor sich haben) gebildet, für welche ich alle ein bis zwei Wochen zu verschiedenen EQE-Themen referiert habe. Wenn man so will eine Win-Win-Situation. In den letzten Wochen vor der Prüfung habe ich mich gelegentlich mit einem anderen EQE Kandidaten zum Schreiben alter Klausuren getroffen und diese anschließend diskutiert. Dieser hat die Prüfung dieses Jahr auch sehr gut bestanden 😉
  7. Am Prüfungstag haben mir Oropax geholfen, nicht von den 600 hustenden Kandidaten im MOC abgelenkt zu werden.
  8. Insgesammt habe ich ca. 500 Stunden in die Vorbereitung investiert (inkl. Vorbereitung für die Vorprüfung).

So, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Fragen beantworte ich gerne in den Kommentaren.

Grüße
Christof

P.S.: Das Obige bezieht sich ausschließlich auf die Hauptprüfung. Für die Vorprüfung habe ich keinen Kurs besucht und mir nur eine Woche Lernurlaub gegönnt.