“Autonomous” von Annalee Newitz

Mal etwas komplett anderes, dass wir hier so auch noch nicht hatten: Ein Buchtipp 🙂 Ich lese (oder besser: höre) gerade “Autonomous” von Annalee Newitz und als Patentingenieur und Scifi-Fan werden bei mir davon alle KĂ€stchen abgehakt 😀

 

Zusammenfassung von Newitz’ Seite:

Here’s the premise: Earth, 2144. Jack is an anti-patent scientist turned drug pirate, traversing the world in a submarine as a pharmaceutical Robin Hood, fabricating cheap scrips for poor people who can’t otherwise afford them. But her latest drug hack has left a trail of lethal overdoses as people become addicted to their work, doing repetitive tasks until they become unsafe or insane.

Hot on her trail, an unlikely pair: Eliasz, a brooding military agent, and his robotic partner, Paladin. As they race to stop information about the sinister origins of Jack’s drug from getting out, they begin to form an uncommonly close bond that neither of them fully understand.

And underlying it all is one fundamental question: Is freedom possible in a culture where everything, even people, can be owned?

 

Kommentare anderer klasse Scifi Autoren:

“Autonomous is to biotech and AI what Neuromancer was to the Internet.”—Neal Stephenson

“Something genuinely and thrillingly new in the naturalistic, subjective, paradoxically humanistic but non-anthropomorphic depiction of bot-POV—and all in the service of vivid, solid storytelling.”—William Gibson

Mehr zum Buch bei goodreads, zur Autorin bei Wikipedia, auf Twitter oder eben ihrer Seite.

Das Buch gibt es natĂŒrlich bei Amazon* und bei Audible (ich bin großer Hörbuchfan, weil wir ja in der Arbeit schon genug lesen). Wer noch kein Audible Abo hat, dem empfehle ich es mal mit dem Probeabo* auszuprobieren 🙂


[* Affiliatelinks: Markus Schneider ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums fĂŒr Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.]

EQE Podcast

Ich hatte kĂŒrzlich das VergnĂŒgen, fĂŒr einen EQE-Podcast der erste Interview-Gast von Dr. Nico Riffel zu sein. Nico betreibt die Webseite http://www.pass-the-eqe.com, welche die einzige mir bekannte Webseite in diesem Umfang zur Vorbereitung auf die EQE in deutscher Sprache ist. Dort gibt es viele nĂŒtzliche BeitrĂ€ge, Lernmaterial und seit kurzem eben auch einen Podcast zur Vorbereitung auf die EQE.

Das Interview haben wir auf einen Rutsch auf Skype durchgefĂŒhrt und es war recht unterhaltsam. FĂŒr die Zukunft hat Nico noch weitere Interviews mit anderen Absolventen, CEIPI-Tutoren, Kandidaten sowie mit Re-Sittern geplant. EQE-Kandidaten kann ich die Webseite nur wĂ€rmstens empfehlen.

Aprilscherz vom Vortag

Am 31. MÀrz 2016 um 21:28 kam folgende Mail rein:

Ich suche Formulierungshilfe zur Anmeldung von technischen Patenten.
http://guinea-bissau-sustentavel.jimdo.com/kompetenzzentrum-technologie/
Die Verbrennungstechnologie beruht auf der Auflösung der MolekĂŒlbrĂŒcken vor dem Verbrennungsprozess.

Der Stabilisator ist nicht mehr pat. fĂ€hig, heute wurde die Umsetzung veröffentlicht – wer die Suche nach UnterstĂŒtzung lesen kann, hat es einfach … bei der NichtunterstĂŒtzung von formulierungunfĂ€higen ***!

Die Gravitationsbeeinflussung beruht auf der Beschleunigung von schwarzer Materie auf eine mehrfache Lichtgeschwindigkeit – da die Uni Berkley letztes Jahr endlich auch die Lichtgeschwindigkeit ĂŒberschritten hat, sollte die VorfĂŒhrung nicht mehr als Teufelswerk wie noch vor 15 Jahren mit der Beschlagnahmung der Forschungsakten durch die bayerische Staatsanwaltschaft enden.
Es wÀre schön wenn Sie jemanden wissen, der bei der Formulierung hilft, obwohl der Ertrag zum Aufbau von West-Afrika genutzt wird.

Mit den besten GrĂŒĂŸen

***

p.s.
mit ein bisschen Recherche könnt ihr mich tĂ€glich finden: in eurem Computer wird noch Heute meine Hochintegration von 1988/9 genutzt, der gedrehte Bambus auf eurem Schreibtisch durfte in Deutschland wegen der IHK-Auflage eines Pflanzenzielwachsmeisters zum Betriebsbeginn der neuen Technologie einzustellen. Damit ist jede neue Technologie in Deutschland von der Umsetzung ausgeschlossen…..

Meine Antwort am 1. April 2016 um 07:38

Sehr geehrter Herr ***,

mir wÀre spontan niemand bekannt, der Ihnen da weiterhelfen könnte.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen,

Ist echt schade, besonders da die Erfindungen auf deren Homepage so erfolgversprechend aussehen. Das Foto von dem schwebenden Stein ist schon beeindruckend 🙂

guinea-bissau-sustentavel

 

Coolste Kanzleiwebseite?

Ich bin ĂŒber das JurisDiction Podcast Folge 40 zu Computerimplementierten Erfindungen und dem Gast Philip Harrison auf die Seite von Venner Shipley aufmerksam geworden. Ist das nicht die coolste Kanzleiwebseite ĂŒberhaupt? 🙂 Auf der Unterseite ĂŒber die TĂ€tigkeitsfelder der Kanzlei findet man die niedlichsten Retro-Futurismus Icons, die ich je gesehen habe 😀 Sehr coole corporate identity! Das hat Humor und Charme.

Die Podcast Folge ist ĂŒbrigens auch sehr interessant und handelt in 15 Minuten so ziemlich alles ĂŒber Softwarepatente ab, was man einem US Kollegen vor dem Entwurf einer Patentanmeldung sagen möchte. Kann ich nur empfehlen.

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EPA schĂŒtzt eine gewöhnliche Tomate

Interessanter Heise Artikel “Biopatent: EuropĂ€isches Patentamt schĂŒtzt Tomaten aus konventioneller ZĂŒchtung“. Wenn man sich Anspruch 1 von EP 1 515 600 B1 anschaut, muss man sich wirklich wundern, warum das eingetragen wurde:

1. Nichttransgene domestizierte L. esculentum-Pflanze,
die aufgrund einer hinaufregulierten Flavonolbiosynthese im Fruchtfleisch dieser Pflanze und restaurierter CHI Expression in der Fruchtschale dieser Pflanze FrĂŒchte mit einem Flavonolgehalt im Fruchtfleisch von mehr als 0,5 mg/mg TG und einem Flavonolgehalt in der Schale dieser Frucht von mindestens 5 mm/mg TG erzeugt, wobei die nichtransgene domestizierte L. esculentum-Pflanze durch Introgression des CHI-Gens und der Flavonolbiosyntheseweggene CHS, FSH und FLS der Lycopersicon-Wildaccessionen LA1963, LA2884 und LA1926 in eine domestizierte L. esculentum-Pflanze erhĂ€ltlich ist.

Transgen heißt genetisch verĂ€ndert, nichttransgen sollte dann wohl nicht genetisch verĂ€ndert, also ganz normal gezĂŒchtet heißen. Eine “normale” Pflanzensorte also, wie sie in der Natur vorkommen kann.

Artikel 53 EPÜ nennt als Ausschlußkriterien fĂŒr eine Patentierung unter anderem

b) Pflanzensorten oder Tierrassen sowie im Wesentlichen biologische Verfahren zur ZĂŒchtung von Pflanzen oder Tieren. Dies gilt nicht fĂŒr mikrobiologische Verfahren und die mithilfe dieser Verfahren gewonnenen Erzeugnisse;

Man darf sich also wundern.

Patent Yogi auf YouTube

Ich weiß nicht, warum ich die Videos von Patent Yogi auf YouTube jetzt erst entdecke. Da sind ein paar ganz großartige und lustige Sachen dabei. Die erwecken Patentschriften echt zum Leben 🙂 Klar, die Videos sind jetzt nicht ultra slick animiert, aber das ist sicher trotzdem sehr viel Arbeit, die da drin steckt 😀 Hier zwei Beispiele:

Ford patents living room on wheels

Greatest Air Show ever – 100 aircraft patents animated

Webseite http://patentyogi.com/

Twitter https://twitter.com/patentyogi

Zeitung lesen bildet? Von wegen!

Dass man sich einen Artikel in einer Tageszeitung, der sich mit einem Thema beschĂ€ftigt, mit dem man sich gut auskennt, nicht durchlesen sollte, ist wohl hinreichend bekannt. Insbesondere wenn man Artikel aus dem eigenen beruflichen TĂ€tigkeitsgebiet liest, kommt es vor, dass man bei manchen SĂ€tzen oder AbsĂ€tzen nur mit dem Kopf schĂŒtteln kann. Dies ist bei mir bei Artikeln zum gewerblichen Rechtsschutz der Fall.
Dennoch begehe ich diesen Fehler hĂ€ufig. Und es mĂŒssen auch lĂ€ngst nicht alle Texte schlecht sein. Ein Beispiel dafĂŒr ist der Artikel “Und an was denken Sie beim ‘CafĂ© Merci’?“, der kĂŒrzlich in der Frankfurter Rundschau erschienen ist und sogar von einem CafĂ© in meinem Heimatort handelt. Martin Brust schildert darin auch die rechtlichen Schwierigkeiten, die sich fĂŒr den NormalbĂŒrger bei dem beschriebenen Rechtsstreit als wenig nachvollziehbar darstellen dĂŒrften, korrekt und sachlich.
Es ist in gewissem Maße nachvollziehbar, dass nicht alle Autoren die rechtlichen Aspekte korrekt wiedergeben können. Carolin Gasteiger von der SĂŒddeutschen Zeitung schießt mit ihrem aktuellen Artikel “Meine irren Beats” jedoch den Vogel ab. Hier werden gleich drei Schutzrechte durcheinander geworfen. WĂ€hrend der Untertitel noch “Taylor Swift lĂ€sst Text urheberrechtlich schĂŒtzen” lautet, so wird im Text auf den “Patentierungswahn” eben jener Taylor Swift verwiesen. ZusĂ€tzlich stellt sich bei nĂ€herer Betrachtung der im Artikel verlinkten Übersicht der Schutzrechte heraus, dass es sich eigentlich um Marken handelt.
Martin Brust hat fĂŒr den Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes wahrscheinlich einen Wissensvorsprung vor der “Mitarbeiterin fĂŒr Kultur/Medien” Carolin Gasteiger, arbeitet er doch im Wirtschaftsressort der Frankfurter Rundschau. Solche haarstrĂ€ubenden Fehler, wie sie in dem Artikel ĂŒber Taylor Swift zu finden sind, sollte sich jedoch kein Journalist erlauben.

Update:
Inzwischen wurden die falschen Verweise auf Patente und Urheberrechte gestrichen und durch Hinweise auf Markenrechte bzw. Textschutz ersetzt. Dazu gibt es noch einen kleinen Hinweis der Redaktion.

Update 2:
Auch wenn es nicht unbedingt hierher gehört, wollte ich noch erwĂ€hnen, dass sich im Streit um das CafĂ© Merci nun Patentanwalt Reinhard Treudler eingemischt und einen Löschungsantrag fĂŒr die Marke “merci” gestellt hat (Die Frankfurter Rundschau berichtet weiter). Reinhard Treudler handelt dabei scheinbar nicht im Auftrag des CafĂ©s Merci. Ob er tatsĂ€chlich nur an der “Rechtsfortbildung in Sachen markenrechtlicher BösglĂ€ubigkeit” interessiert ist oder ein wenig PR betreibt sei mal dahin gestellt.

Ärger im EPA?

Wenn nur die HĂ€lfte in dem Artikel der Welt stimmt, ist das ein Skandal. Er ist aber auch recht reißerisch geschrieben.  Trotzdem lustig genug, um geteilt zu werden 😀

http://www.welt.de/wirtschaft/article131635427/Besserverdiener-im-Patentamt-zerfleischen-sich.html

Besonders den Absatz unten finde ich erschreckend. Das sind ja alles Ingenieure/Techniker/Wissenschaftler dort. Solche Leute werden nicht einfach grundlos paranoid. Der restliche Artikel spielt einfach mit dem Sozialneid. Wer wĂŒrde nicht gern fĂŒr ĂŒber 100.000 Euro einen “gemĂŒtlichen Beamtenjob” haben, bei dem man sogar noch streiken kann? 😉

Mitarbeiter befĂŒrchten, dass der Chef sie abhört

 Das Klima ist mittlerweile so vergiftet, dass alles, was Battistelli macht, fast zwangslĂ€ufig zum Konflikt fĂŒhrt. “Diktator” nennen sie ihn gern. Oder “Sonnenkönig”. Oder “Putin”.

Es sind verschiedene Kulturen, die da aufeinanderprallen. Auf der einen Seite steht Battistelli, der eine zentralistische FĂŒhrungskultur aus Frankreich gewohnt ist. Der auf Gehorsam und AmtswĂŒrde dringt. Auf der anderen Seite stehen die selbstbewussten PrĂŒfer, die in unabhĂ€ngigen kleinen Teams agieren und denen fachlich niemand das Wasser reichen kann.

Wie weit das Misstrauen geht, bekommt man schnell mit, wenn man mit Mitarbeitern des Amtes spricht. Niemand macht das ĂŒber das Festnetztelefon.

Wenn ĂŒberhaupt gesprochen wird, dann am Mobiltelefon beim Spaziergang an der Isar oder im CafĂ©. Man traut es dem französischen PrĂ€sidenten sogar zu, die eigenen Mitarbeiter zu bespitzeln.

EinfĂŒhrung der elektronischen Akteneinsicht beim DPMA

Ab morgen, dem 07. Januar 2014, geht es endlich auch beim DPMA los 🙂

Mitteilung Nr. 12/13

der PrĂ€sidentin des Deutschen Patent- und Markenamts mit Hinweisen zur EinfĂŒhrung der elektronischen Akteneinsicht ĂŒber das Internet in Patent- und Gebrauchsmusterverfahren

Vom 28. November 2013

Die Einsichtnahme in Patent- und Gebrauchsmusterakten des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) wirdab dem 7. Januar 2014 auch ĂŒber das Internet möglich sein. Die hierfĂŒr notwendige gesetzliche Grundlage wurde mit dem Gesetz zur Novellierung patentrechtlicher Vorschriften und anderer Gesetze des gewerblichen Rechtsschutzes vom 19. Oktober 2013 (BGBl. I S. 3830) geschaffen. Die elektronische Akteneinsicht ist ein gebĂŒhrenfreier Service des DPMA.

Bitte beachten Sie hierzu die folgenden Hinweise:

Mehr auf der Seite des DPMA

Spendet fĂŒr die Wikipedia

Wie jedes Jahr kommen um Weihnachten rum lauter Spendenaufrufe. Die meisten kann man ja guten Gewissens ignorieren. Aber wenn die Wikipedia/Wikimedia Foundation Geld brauch, dann sollte man wirklich ein paar Euro abgeben. Egal wie kontrovers die Seite manchmal ist (ich bin beispielsweise Inkludist), mal ehrlich, wer kann ohne Wikipedia noch arbeiten? Ich lese mich sehr oft damit in Themen ein.
https://spenden.wikimedia.de/spenden/