Archiv für den Monat: Oktober 2012

“Dyson verklagt Bosch” aka. “warum Geheimhaltung nicht alles ist”

Das scheint sich zu einem sehr interessanten Fall zu entwickeln:

  • Dyson (Staubsauger, Ventilatoren, Handtrockner) verklagt Bosch wegen  Geheimnisverrats.
  • Ein Dyson-Mitarbeiter soll im Forschungslabor Daten gesammelt und an Bosch verkauft haben.
  • Vielleicht hat Bosch sogar den Mitarbeiter bei Dyson untergebracht.
  • Dyson ist sich scheinbar sicher, dass Bosch die Daten zumindest angenommen hat.
  • Der Mann hat zwei Jahre bei Dyson in der Motorenentwicklung gearbeitet.

Es geht um viel Geld und interessante Technologie. Dyson hat viele Patente und sicher auch hier alle relevanten Aspekte geschützt. Es ist nur schön zu sehen, wie wenig einem eine “Geheimhaltungsvereinbarung” (NDA, non-disclosure agreement) eigentlich bringt. Bis sich das alles klärt, werden vermutlich Jahre vergehen. In der Zeit kann man aber problemlos seine Patente und andere Schutzrechte gegen Plagiate nutzen 🙂

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/dyson-staubsaugerhersteller-verklagt-bosch-wegen-industriespionage-11937335.html

http://www.welt.de/wirtschaft/article110222536/Dyson-verklagt-Bosch-wegen-Industriespionage.html

Zertifizierung von Patentinformationsspezialisten

In der aktuellen Ausgabe der EPO Patent Information News (03/2012 hier in Deutsch und Englisch als PDF zu finden) findet sich auf Seite 7 ein Artikel mit dem Titel “Zertifizierung von Patentinformationsspezialisten – Bestätigung für ein Berufsbild” (“Certification of Patent Information Professionals – reaffirming a profession”). Die Idee klingt recht spannend. Man will einen Test für Patent Professionals machen, der einem dann eine schriftliche Bestätigung der eigenen Fähigkeiten gibt. Zertifikate verkaufen sich im IT-Umfeld gut und im IP-Umfeld gibt es noch nicht so viele. Vielleicht will hier nur jemand Geld machen, vielleicht könnte das für beteiligte Unternehmen (die Initiatoren arbeiten bei Siemens, Shell und Davies Collison Cave) aber echt von Vorteil sein. Es hilft ihnen ja, zukünftige Mitarbeiter gleich besser einschätzen zu können. Auf der anderen Seite: Ich habe bei Bewerbungsgesprächen einfach ein paar Stunden Probe gearbeitet und finde, dass das wohl viel aussagekräftiger ist, als eine teilweise online durchgeführte Prüfung. Ich denke mal, meine persönliche Meinung von dem Zertifikat wird davon abhängen, wie viel es kosten wird 🙂

Der TÜV Rheinland bietet übrigens auch eine Ausbildung zum Patentrechercheur an.

PS: Ich denke mit dem Studium des Patentingenieurwesens an der HAW Amberg-Weiden hat man alle Fähigkeiten für den Test (die Probeprüfung (beispielsweise von hier) sieht nicht sehr schwierig aus und ich hätte an der Musterlösung gleich mal was zu meckern :D).