Archiv der Kategorie: EEP/EQE

Artikel zur EEP (Europäischen Eignungsprüfung, auch EQE European qualifying examination) des Europäischen Patentamts http://www.epo.org/learning-events/eqe_de.html

EQE Podcast

Ich hatte kürzlich das Vergnügen, für einen EQE-Podcast der erste Interview-Gast von Dr. Nico Riffel zu sein. Nico betreibt die Webseite http://www.pass-the-eqe.com, welche die einzige mir bekannte Webseite in diesem Umfang zur Vorbereitung auf die EQE in deutscher Sprache ist. Dort gibt es viele nützliche Beiträge, Lernmaterial und seit kurzem eben auch einen Podcast zur Vorbereitung auf die EQE.

Das Interview haben wir auf einen Rutsch auf Skype durchgeführt und es war recht unterhaltsam. Für die Zukunft hat Nico noch weitere Interviews mit anderen Absolventen, CEIPI-Tutoren, Kandidaten sowie mit Re-Sittern geplant. EQE-Kandidaten kann ich die Webseite nur wärmstens empfehlen.

EQE 2016 Ergebnisse und Statistik

Da seit gestern die Ergebnisse online beim EPA verfügbar sind (http://www.epo.org/learning-events/eqe/statistics_de.html), habe ich mal wieder schnell eine Statistik für die Hauptprüfung gemacht. (Natürlich ohne Gewähr und ohne Unterteilung in Chemie und Mechanik. Bitte teilt mir die Fehler mit, falls ihr welche findet.)

results of the 2016 eqe

Ich hab den C-Teil schon wieder nicht geschafft und es nervt langsam. Außerdem wird es beim nächsten Versuch echt schweineteuer (400% der Grundgebühr).

stupid

Wie bei allen vorherigen Versuchen gilt folgender Grundsatz: Gut zu wissen, dass ich wohl einfach durchschnittlich blöd bin. Oder nicht sehr viel blöder. Ich gratuliere jedenfalls mal wieder allen, die es geschafft haben. Vor den Leuten habe ich großen Respekt 🙂

Weiterlesen

EQE 2014 Ergebnisse und Statistik

Die Europäische Eignungsprüfung (EEP/EQE) lief bei mir dieses Jahr eigentlich noch schlimmer als im Jahr davor. Nach zwei Versuchen habe ich jetzt genau gar nichts bestanden (über 50 Punkte) und nur eine Prüfung so knapp verpasst, dass ich sie nicht nochmals schreiben muss (man darf zwischen 45 und 50 Punkten ausgleichen). Mich wurmt das, weil ich für 2014 bei zwei Prüfungen eigentlich ein deutlich besseres Gefühl hatte, als bei 2013.

Da seit heute die Ergebnisse online beim EPA verfügbar sind (http://www.epo.org/patents/learning/qualifying-examination/statistics_de.html), habe ich mal schnell eine Statistik für die Hauptprüfung gemacht. (Natürlich ohne Gewähr und ohne Unterteilung in Chemie und Mechanik. Bitte teilt mir die Fehler mit, falls ihr welche findet.)

Gut zu wissen, dass ich wohl einfach durchschnittlich blöd bin. Oder nicht sehr viel blöder. Ich gratuliere jedenfalls allen, die es geschafft haben. Vor den Leuten habe ich großen Respekt.

Für 2015 sollte ich wohl Vorbereitungskurse besuchen und deutlich mehr Zeit investieren. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das überhaupt gehen soll. Wenn man Montag bis Freitag arbeitet, will man sich mit dem Zeug nicht auch noch am Wochenende beschäftigen. Was mich total aufregt, ist dass man keine korrigierte Version zu sehen bekommt. Mich würde wirklich interessieren, was ich denn genau falsch gemacht habe. Mit meiner täglichen Arbeit haben meine Chefs zumindest weit weniger Probleme, als das EPA mit meinen Prüfungsantworten 😀

 Update: DeltaPatents hat die gleiche Statistik, da bin ich ja beruhigt 🙂

How to pass the EQE

Leider habe ich hierfür kein Patentrezept, aber vielleicht ein paar Tipps, die für den ein oder anderen hilfreich sein könnten. Ich habe 2012 die Vorprüfung und 2013 die Hauptprüfung (alle vier Teile) geschrieben und bestanden.

Kurz zu meiner persönlichen Ausgangssituation. Ich habe Patentingenieurwesen an der HAW in Amberg studiert, im Juli 2009 in einer Patentanwaltskanzlei zu Arbeiten begonnen und gehöre somit zu den letzten glücklichen Patentingenieuren aus Amberg, die noch zur EQE zugelassen wurden. Ich habe keine Kinder, kein Haus zu bauen, oder sonstige Zeitfresser, die mich vom Lernen neben der Arbeit abhalten könnten. Das kann ein entscheidender Faktor sein, wenn man vor der Entscheidung steht, die Prüfung komplett oder gestaffelt zu schreiben.

So, hier nun eine Reihe von Punkten, die von Interesse sein könnten:

  1. Lern- und Prüfungsmaterial
    – EPÜ (das dreisprachige vom EPA)
    – PCT (Handbuch von Malte Köllner)
    – PVÜ
    – Richtlinien für die Prüfung im EPA
    – Applicant’s Guide für EPÜ und PCT
    – nationales Recht zum EPÜ
    – C-Book
    – Delta Patents (nur für den D Teil)
    – ansonsten noch viele Formblätter vom EPA und der WIPO, Länderlisten, Amtsblätter, Beschlüsse, etc., die ich an dieser Stelle nicht aufzählen möchte, da es den Rahmen sprengen würde
    – außerdem empfehle ich noch SEHR das EQE-Forum sowie die EQE-Wiki. Dort sind auch weitere Erfahrungsberichte und Hinweise diesbezüglich zu finden
  2. EPÜ/PCT-Kommentar: Ja oder nein?
    Ich habe KEINEN Kommentar verwendet, sondern mein EPÜ beim Lösen der DeltaPatents Aufgaben selbst ergänzt bzw. kommentiert. Das ist natürlich nicht in zwei Wochen erledigt und irgendwann wird auch der Platz knapp, aber dadurch lernt man auch mehr, oder zumindest intensiver. Ich hatte außerdem das Gefühl, damit deutlich schneller zu den Antworten zu gelangen als andere mit fertigem Kommentar wie zum Beispiel dem sehr umfangreichen Kley, und die knappe Zeit ist in jedem Teil der Hauptprüfung der größte Feind.
  3. Muss ich einen Kurs belegen und falls ja, welchen?
    Ich habe den wohl bekanntesten aller Vorbereitungskurse besucht. Den vom CEIPI in Strasbourg. Diesen möchte ich hier, insbesondere für die Teile C und D, auch ausdrücklich empfehlen. Ein Arbeitskollege hat noch das Examinatorium Europaeum in Hagen mitgenommen, war allerdings nicht ganz so zufrieden. Wahrscheinlich, weil die Dozenten in Hagen (das Angebot gibt es erst seit 2012) noch nicht die Erfahrung der CEIPI Tutoren haben. Ich für meinen Teil würde sagen, dass der CEIPI Kurs ausreichend ist. Außerdem ist er, zumindest für Patentingenieure bzw. Sachbearbeiter, deutlich günstiger als der Kurs in/aus Hagen.
  4. Lernen nach Plan
    Ich hab mir für Dezember bis Februar einen LERNPLAN erstellt und für jeden einzelnen Tag (!) eingetragen, welche alte Klausur zu welchem Teil ich an welchem Tag schreiben möchte. Ohne solch einen Lernplan sagt man sich im Dezember oder Januar schnell mal “ach, der eine Tag…” und denkt, das macht schon nichts.. Aber mit dem Plan erkennt man schnell und klar, dass wenn man einen Lerntag vergehen lässt, diesen kaum noch an einem anderen Tag unter bekommt. Dadurch motiviert der Plan nicht nur, er gibt einem außerdem ein gutes Gefühl, wenn man sich nach ein paar Wochen direkt vor Augen halten kann, was man schon alles für diese Prüfung getan hat.
  5. Wie viele alte Klausuren muss ich schreiben?
    Ich behaupte jetzt einfach mal, dass fünf alte Klausuren zu jedem Teil (für den C-Teil vielleicht ein paar mehr) ausreichend sind, um die Prüfung zu bestehen. Vorausgesetzt:
    – man besitzt beim Schreiben der Prüfung bereits ein solides Grundwissen zum jeweiligen Teil. Dies trifft insb. auf den D Teil zu. Dort sollte man sich vor dem Schreiben alter Klausuren bereits in den DeltaPatents zu Hause fühlen; und
    – man SCHREIBT die alte Klausur auch tatsächlich, im Idealfall unter Prüfungsbedingungen, was leichter gesagt ist als getan. Ich persönlich glaube, dass das der größte Fehler ist, der von Kandidaten begangen wird. Man macht sich ein paar Gedanken und Notizen, schaut in die Musterlösung und sagt sich “ja so ähnlich hätte ich das auch gemacht..”. Also nochmal: SCHREIBT DIE ALTEN KLAUSUREN, BIS ZUM SCHLUSS!! Wenn ich mich auf einen Marathon vorbereite, im Training immer nur 5km laufe und sage “ach, die Strecke kenn ich ja theoretisch und im Wettkampf reiß ich mich dann schon zusammen”, werde ich bereits vor der Hälfte der Wettkampfstrecke stehen bleiben – auf die EQE übertragen, keine 45 Punkte schaffen. Dies trifft insbesondere auf den C-Teil zu. Bei A und B Teil mag die Vorbereitung in Stichpunkten vielleicht reichen, beim DI Teil vielleicht auch, aber nicht beim C Teil. Man kann es sich am Anfang nicht vorstellen, wie lange es dauert, einen sauberen und vollständigen Problem-Solution-Approach zu verfassen. In der Regel ist es so, dass man nach gut einer Stunde weiß, wie der Hase läuft und die restlichen 4-5 Stunden damit verbringt, dieses Wissen mit glühenden Fingern aufs Papier zu bringen. Und wenn man das zu Hause nicht x-mal gemacht hat, wird man in der Prüfung unter Garantie ein großes Problem bekommen. Danach sollte man sich natürlich genug Zeit für den Examiner’s Report nehmen.Ich haben mir hierfür vier Wochen Lernurlaub genommen, den ich in einem Zimmer in unserer Kanzlei verbracht habe. Somit konnte ich mich ausschließlich auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren. Die alten Prüfungen habe ich dabei auf dem original Prüfungspapier (hier im Blog zu finden) geschrieben und mit den Stiften, die ich auch in der Prüfung verwendet habe. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Füller oder ein Ball-Pen. Irgend ein Stift, der leicht schreibt. Bei einem Kugelschreiber fallen einem nach einer Stunde die Finger ab.
  6. Bilden einer Lerngruppe
    Und wenn es nur eine einzige weitere Person ist, der man Fragen stellen kann bzw. beantworten muss. Ich habe in unserer Kanzlei eine kleine Lerngruppe mit Jung-Ingenieuren und Kandidaten (die die EQE noch vor sich haben) gebildet, für welche ich alle ein bis zwei Wochen zu verschiedenen EQE-Themen referiert habe. Wenn man so will eine Win-Win-Situation. In den letzten Wochen vor der Prüfung habe ich mich gelegentlich mit einem anderen EQE Kandidaten zum Schreiben alter Klausuren getroffen und diese anschließend diskutiert. Dieser hat die Prüfung dieses Jahr auch sehr gut bestanden 😉
  7. Am Prüfungstag haben mir Oropax geholfen, nicht von den 600 hustenden Kandidaten im MOC abgelenkt zu werden.
  8. Insgesammt habe ich ca. 500 Stunden in die Vorbereitung investiert (inkl. Vorbereitung für die Vorprüfung).

So, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Fragen beantworte ich gerne in den Kommentaren.

Grüße
Christof

P.S.: Das Obige bezieht sich ausschließlich auf die Hauptprüfung. Für die Vorprüfung habe ich keinen Kurs besucht und mir nur eine Woche Lernurlaub gegönnt.

EEP Prüfungspapier

EEPPrüfungspapierVor der EEP habe ich mich sehr oft gefragt, wie wohl dieses ominöse Papier aussieht, auf das man schreiben darf. Und nur auf das. Und es ist liniert. Und hat einen Barcode. Und man darf Sachen ausschneiden, muss sie aber (größtenteils) auf diesem ominösen Papier aufgeklebt einreichen. Jetzt weiß ich Bescheid und wollte es euch auch mal zeigen. Eine A4 Seite vom Papier der Europäischen Eignungsprüfung 2013.

Ich habe den Barcode ein Bisschen abgeschnitten, damit keiner auf dumme Ideen kommt 🙂 Man darf das Papier nämlich nur in dem einen Jahr benutzen, damit man nicht davor daheim schon Sachen zusammenschreiben kann. Der Code wird aber sowieso jedes Jahr geändert.

Beschwerdeverhandlung zur EQE (Zusammenfassung)

Wie einige wissen wurde am 5. Dezember 2012 in vier Fällen vor der Beschwerdekammer verhandelt, ob Absolventen des Studiengangs Patentingenieurwesen nach drei Jahren Berufserfahrung zur EQE zugelassen werden können. Nachfolgend fasse ich aus meiner Sicht die grundsätzlichen Aussagen der Beschwerdekammer zusammen:

  • R 11 ABVEP ist zumindest auf die erste Alternative des Art. 11 (1) a) VEP anzuwenden. Der spezielle Studiengang eines jeden Bewerbers muss die 80%-Regelung erfüllen.
  • Die 80%-Regelung ist anhand des jeweiligen Studiengangs und nicht anhand eines dreijährigen Studiengangs als Mindesvoraussetzung zu berechnen. Ein “Runterrechnen” per Dreisatz ist nicht möglich.
  • Markus, Christof und Jenny wurden durch einen “Irrtum” und somit eigentlich zu Unrecht zugelassen. Es gibt keine Gleichbehandlung im Unrecht.
  • Zum Vertrauensschutz hätten wir (keine Ahnung wie) begründen müssen, warum wir seit wann und auf was genau vertrauen.

Dementsprechend wurden die Beschwerden zurückgewiesen. Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit noch einen ausführlicheren Post zu den weiteren Umständen zustande bringe.

Neue Fassung der Richtlinien für die Prüfung im Europäischen Patentamt

Am 20. Juni 2012 ist eine neue Fassung der Richtlinien für die Prüfung im Europäischen Patentamt in Kraft getreten. Es gibt die nun fertige Fassung hier zum Download:

http://www.epo.org/law-practice/legal-texts/guidelines_de.html

Dort gibt es auch eine Konkordanztabelle RL 2010 – RL 2012, die sicher wichtig werden wird. Ich habe in Vorbereitung für die EEP/EQE angefangen, Bezüge zu den GL (Guidelines for Examination in the European Patent Office) immer gleich in das EPÜ zu schreiben. Tja, das kann ich jetzt wohl alles korrigieren, denn die Änderungen der GL scheinen umfassend zu sein 🙁 Zu den bisherigen Teilen A und B (Formalprüfung und Recherche) gibt es neue Teile C bis H (Richtlinien für verfahrensrechtliche Aspekte der Sachprüfung, Richtlinien für das Einspruchs- und das Beschränkungsverfahren, Richtlinien für allgemeine Verfahrensfragen, Die europäische Patentanmeldung, Patentierbarkeit, Änderungen und Berichtigungen).

Ich hab mir das jetzt alles noch gar nicht angeschaut, aber ich werde später wohl die rund 850 Seiten ausdrucken müssen 😀 (Die gedruckte Fassung lässt wie immer auf sich warten.) Meine Stimmung bezüglich EEP/EQE erreicht einen neuen Tiefpunkt 😉

Wer die RL/GL noch nicht kennt, sollte sie sich unbedingt mal anschauen. Es gibt keine bessere Anleitung für alles, was mit Europäischen Patenten zu tun hat 🙂

Punkteverteilung EQE Vorprüfung 2012

Die Ergebnisse der EQE/EEP Vorprüfung 2012 sind da und auf der Seite des EPO/EPA downloadbar.

http://www.epo.org/learning-events/eqe/statistics_de.html

Da das PDF geschützt ist, war es nicht ganz einfach, aber hier mal eine kleine Übersicht zur Punkteverteilung/Notenverteilung/Ergebnisverteilung… nennt es wie ihr wollt 🙂

Der Durchschnitt bei 390 Teilnehmern liegt übrigens bei 84 Punkten. Nur 5 Teilnehmer haben nicht bestanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!

Ich finde die Leistungen übrigens recht beeindruckend. Man muss aufgrund der komischen Punkteverteilung nämlich weit mehr als die Hälfte der Fragen richtig beantworten, um 50 Punkte zu erreichen.  (Jede Frage hat 4 Antworten. Wenn ich mich richtig erinnere 1 richtig = 0 Punkte, 2 = 1P, 3 = 4P, 4= 5P)

(Warum ist das PDF eigentlich geschützt? Ich finde das frech. Wir Teilnehmer haben für die Prüfung bezahlt und das EPO ist ein Amt, kein privates Unternehmen. Öffentliche Daten sollten frei sein.)

EEP Vorprüfung 2012

An English verion of this post about our experiences with the EQE pre-examination is available below the brake.

Christof, ich und ein paar andere ehemalige PI-ler sind zur Vorprüfung der europäischen Eignungsprüfung (European Qualifying Examination) zugelassen worden und haben diese gestern am Montag, den 05. März 2012, von 13:00 bis 17:00 geschrieben. Da man im Internet kaum Informationen zum Ablauf dieser Prüfung findet, die dieses Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat, dachten wir, wir schreiben unsere Eindrücke kurz zusammen 😀

Weiterlesen