Neuer Masterstudiengang Patentingenieurwesen in Berlin

Markus Gollrad (Koordination des ZfgE) hat uns gebeten, hier mal auf den seit dem Wintersemester 2016/17 neu angebotenen Masterstudiengang Patentingenieurwesen am Zentrum für geistiges Eigentum (ZfgE) der TU Berlin aufmerksam zu machen. Machen wir doch gern! Wir haben zwar alle in Amberg studiert, dort gibt es aber nur einen Bachelor im Patentingenieurwesen. Wer später Patentanwalt werden will, ist mit einem technischen Studium, gefolgt von einem Master aber eindeutig besser dran. Mit dem Bachelor alleine wird man nicht zugelassen. Konkurrenz belebt also das Geschäft und die TU Berlin macht es in diesem Fall besser. Ich denke mal, dass auch das studentische Leben in Berlin “etwas” interessanter sein könnte, als in Amberg 😀

Bis zum 15. Juni habt ihr Zeit, euch für das nächste Semester einzuschreiben.

Hier gibt es noch einen Flyer http://projekt.zfge.tu-berlin.de/files/Flyer_Master_Patentingenieurwesen.pdf

Kurzbeschreibung von deren Webseite:

Der Masterstudiengang Patentingenieurwesen führt technische Expertise mit dem Wissen über das Recht des geistigen Eigentums zusammen. Damit wird eine wichtige Schnittstelle geschlossen: Erst mit dem Know-how beider Fachbereiche lassen sich technische Innovationen bewerten, sichern und wirtschaftlich nutzen.

Im Wahlpflichtbereich können die Studierenden aus einer umfangreichen Liste technischer Module wählen.

Daneben werden in vier juristischen Pflichtmodulen unter anderem folgende Inhalte vermittelt:

  • Systematik, Anwendungsbereich und Dogmatik des Immaterialgüterrechts, insbesondere in den Bereichen gewerbliche Schutzrechte und Urheberrecht einschließlich der internationalen Rechtslage
  • Grundlagen des Lizenzvertragsrechts und des Wettbewerbsrechts
  • Kenntnisse über die Arbeitsweise von Patentämtern und -gerichten
  • Einzelheiten zu Anmeldeverfahren, Nichtigkeit und Verletzung von gewerblichen Schutzrechten

Die technischen und juristischen Module werden ergänzt durch freie Module, ein Praktikum und eine Projektarbeit. Nach der Masterarbeit erwerben die Studierenden den Abschluss „Master of Science“ (M.Sc.).

8 Gedanken zu „Neuer Masterstudiengang Patentingenieurwesen in Berlin

  1. Ersan

    Hi Markus,

    danke für die Information!
    Es wäre interessant zu wissen,
    1. ob der Master-Studiengang die Voraussetzungen der PatAO in Hinblick auf die Zulassung erfüllt,
    2. ob erbrachte Studienleistungen aus PI-Amberg angerechnet werden,
    3. ob man nebenberuflich studieren kann.
    Hast du diesbezüglich i-welche Infos erhalten?

    @mibl
    Der Master in Jena bringt mMn keinen Vorteil für PI-Amberg Absolventen, da FH-Abschluss. Oder liege ich da falsch?
    Vernünftiger wäre, nebenberuflich ein technisches Bachelor-Studium zu absolvieren und anschließend das Praktikum für den eur. Vertreter anzutreten.

    Gruß
    Ersan

    Antworten
    1. mibl

      Hi Ersan

      Deine Frage bezüglich der Vorteile der Studiengänge bzw. des Jena Studiengang bezieht sich auf die Zulassung für die EQE bzw. die Deutsche Prüfung, oder?

      In diesem Fall wird dir der Jena Master wahrscheinlich nicht weiterhelfen. Der Master in Berlin sieht dem Curriculum nach allerdings schon sehr technisch aus. Könnte für die DE bzw. EP Prüfungs-Zulassung reichen… aber wie immer kann man da nur schätzen.

      Zudem finde ich, dass der Jena Master bezüglich seiner Inhalte eher auf Patentmanagement bzw. auf Führungsfuntktionen ausgerichtet ist. Der in Berlin dagegen wohl eher auf zusätzliche technische Schwerpunkte. Wenn man nicht unbedingt auf die EQE etc. drängt und seine Zukunft eher im Management sieht könnte der Jena Master ganz interessant sein.

      Eine weitere Frage ist, ob ein Master allgemein für die EQE Zulassung reicht. Laut Bestimmungen (VEP) sind die Vorraussetzungen ein mind. dreijähriger Studiengang mit mind. 80% Technik. Aus diversen J-Entscheidungen zur Zulassung zur EQE ist zu entnehmen, dass Studiengänge immer einzeln betrachtet werden, im Anschluss oder außerhalb des Studiums erbrachte zuätzliche technische Leistungen (Schulungen, etc.) können dabei nicht berücksichtigt werden. Wenns hart auf hart kommt könnten Sie also sagen, dass ein Master grundsätzlich nicht reicht weil es kein dreijährigen Studiengang ist, und eine Vermischung aus Master mit Bachelor/Diplom auch nicht geht, weil ja jeder Studiengang einzeln betrachtet werden muss. Das wäre aber schon sehr gemein wenn das EPA so handeln würde.

      Gelegentlich kams auch schon vor, dass einige PI-ler “fehlerhaft” zugelassen wurden. D.h. sie haben sich angemeldet und haben die EQE mitschreiben können, ohne dass sie eigentlich die Vorraussetzungen erfüllt haben (man kann sich allerdings nicht auf Fehler, die bei der Anmeldung von anderen gemacht wurden berufen). Wäre einen Versuch wert.

      Falls Du die EQE anstrebst, versuch doch einfach mal eine kommentarlose Anmeldung. Vielleicht klappts ja.

      VG
      MB

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  2. Ersan

    Hi Leute,

    Herr Markus Gollard hat mir zu den o.g. Fragen geantwortet.

    1) Der Master-PI kommt auf einen techn. Anteil von über 85%, sofern man die Wahlfächer und die Masterarbeit ausschließlich technisch auslegt. Achtung: das DPMA zieht bei der Beurteilung auch die Technizität des Erststudiums bzw. des Bachelors heran. Man sollte im Vorfeld mit dem DPMA klären, ob man die Voraussetzungen erfüllt. Ich denke aber, dass wir gute Karten diesbezüglich haben.

    2) Aus Bachelor-PI (Amberg) können KEINE Studienleistungen angerechnet werden. Anders sieht es beim Dipl-PI (Amberg) aus. Hier sind nach Maßgabe des Prüfungsausschusses Anrechnungen von erbrachten Studienleistungen möglich. Achtung: Einzelfallprüfung!

    3) Es gibt keine Fortschrittskontrolle im Master-PI. D.h, man kann so langsam studieren, wie gewünscht. Das kommt natürlich Berufstätigen entgegen. Grundsätzlich sei ein formelles Teilzeitstudium nach dem Berliner Hochschulgesetz (§22, IV) möglich.

    Mein Fazit: PI-Amberg kann einpacken! Wir (u.a. ich, in zahlreichen Gesprächen mit Versch und Klug) hatten ja schon vor Jahren vorgeschlagen, dass man einen PI-Master anbieten soll, der an einem rein techn. Bachelor anknüpft, um somit die Voraussetzungen für den eur. Vertreter erfüllen zu können. Das ist auf taube Ohren gestoßen- ich denke auch auf Wunsch der Patentanwälte, die die OTH als Rekrutierungsstelle für günstige Arbeitskräfte sieht.

    Gruß
    Ersan

    Antworten
  3. Christof

    Hallo Ersan,

    ich habe mir sagen lassen, dass in Amberg ein PI-Master in den Startlöchern steckt. Es liegt momentan wohl “nur” noch an behördlichem Papierkram. Inwiefern sich dies dann auf den PI-Bachelor auswirkt, weiß ich leider nicht. Einen rein technischen Bachelor als Zulassungsvoraussetzung für den PI-Master würde ich dabei aus den von dir bereits genannten Gründen begrüßen.

    Mit deiner Aussage, dass Amberg mit dem PI-Bachelor “einpacken” kann, wäre ich vorsichtig. Ich habe über die Jahre gelernt, dass viele PI-Absolventen nie beabsichtigen, den Weg zum EP- und/oder DE-Vertreter/Anwalt einzuschlagen und mit ihrer Position als Patentexperte, bspw. im Unternehmen, wunschlos glücklich sind. Für diese Fälle ist der PI-Bachelor als schneller Einstieg in die Patentwelt weiterhin durchaus interessant. Gleichwohl sollten (potentielle) Studenten des PI-Bachelors möglichst frühzeitig darauf hingewiesen werden, was mit diesem Studium möglich ist, und was nicht. Problem hierbei ist leider, dass die Ämter oft selbst nicht genau wissen, wer nun welche Zulassungsvoraussetzungen erfüllt und wer nicht.

    Antworten
    1. Ersan

      Hi Christof,

      das wusste ich nicht. Ich begrüße den Schritt, weil ich es äußerst schade fände, wenn PI in Amberg “aussterben” würde.

      Die o.g. Aussage kam aus der Hüfte geschossen. Trotzdem finde ich den PI-Master an der TU Berlin, auch im Hinblick auf den konzipierten Master in Amberg, von Vorteil, da hierbei einem auch die Möglichkeit zur Ausbildung zum DE-Anwalt offensteht.

      Wollte man karrieretechnisch im Bereich IP eine andere Position wie die des Patentmanagers/-rechercheurs einschlagen oder nach einem Zeitraum x mehr Verantwortung übernehmen, so führt mMn auch in der Industrie kein Weg am eur. Vertreter und/oder Assessor vorbei. Allein die Möglichkeit zur Ausbildung gibt ein Gefühl der Sicherheit.

      Vom EPA sowie auch vom DPMA habe ich sehr konkrete, wenn auch keine rechtsverbindliche Aussagen bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen erhalten. Umgekehrt hat es aus Amberg nur vage oder in fahrlässiger Weise falsche Aussagen gegeben. Beispielsweise wurde uns erzählt, dass ein techn. Master, der auf PI-Dipl draufgesetzt wird, die Voraussetzungen für das 3-jährige Praktikum zur Ausbildung zum eur.Vertreter erfülle.

      Um beim Thema zu bleiben: Wünschenswert wäre, wenn die TU Berlin mit der OTH kooperieren würde.

      Gruß
      Ersan

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      1. Christof

        Den PI-Master begrüße ich auch sehr. Das Problem der möglichen Sackgasse, in die man sich als PI-Bachelor hinein manövrieren kann, sehe ich genauso wie du. Aus Sicht der Hochschule muss man aber vermutlich verstehen, dass man die Mehrheit der Studenten, die gar nicht die DE- oder EP-Prüfung anstreben werden, nicht abschrecken möchte, indem man ihnen erzählt, was mit dem PI-Bachelor alles NICHT möglich ist. Schwierig…

        Wenn ich es mir frei aussuchen könnte, würde ich wohl auch eher nach Berlin gehen. Es können aber auch Gründe für Amberg sprechen, wie zB die etablierte Lehre im GRS – oder noch einfacher und wichtiger: Familie und/oder Kosten.

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