Masterstudium

Ich habe mich dafür entschieden, nach meinem Dipl.-Ing. (FH) für Patentwesen noch einmal zu studieren und einen Master an einer Universität zu machen, um anschließend die “richtige” Patentanwaltsausbildung machen zu können. Für diejenigen, die auch mit diesem Gedanken spielen oder aus anderen Gründen noch einmal studieren wollen, habe ich hier eine Übersicht über meine Uni-Bewerbungen erstellt. Enjoy!

1. Einteilung nach Ablehnung, Zulassung mit/ohne Auflagen

Ablehnung:
Universität Siegen – Maschinenbau
Justus-Liebig-Universität Gießen – Materialwissenschaft
Universität Kassel – Maschinenbau
TU Hamburg-Harburg – Theoretischer Maschinenbau
Universität Rostock – Schiffs- und Meerestechnik
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Materialwisseschaft und Werkstofftechnik
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Maschinenbau

Zulassung mit Auflagen:
TU Dortmund – Maschinenbau
Universität Stuttgart – Maschinenbau
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Maschinenbau

Zulassung ohne Auflagen:
TU Braunschweig – Maschinenbau

Offen:
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Medizintechnik

2. Auflagen

In Dortmund sind die Auflagen enorm. Insgesamt soll ich 63 Leistungspunkte nachholen, von denen noch maximal 30 von den jeweilig zuständigen Dozenten anerkannt werden können. Daher habe ich mich von einem Studium in Dortmund verabschiedet.

Die Auflagen in Stuttgart bestanden in einem Auswahlgespräch im Rahmen des “Verfahrens zur Feststellung der fachlichen Eignung”. Ich habe auf dieses Gespräch verzichtet.

In Erlangen (Maschinenbau) müssen 20 Leistungspunkte (ECTS) nachgeholt werden. Davon eine konstruktive Projektarbeit. Das ist durchaus machbar.

3. Verfahren

Fast alle Unis haben heutzutage ein Online-Bewerbungsportal, durch das man sich bewerben muss. Hier gibt es positive Beispiele (Erlangen), die auch einen Upload von Dateien wie Lebenslauf oder Zeugnissen ermöglichen. Negative Beispiele (Braunschweig) teilen einem mit, dass ein Bescheid zugestellt wird, sagen aber nichts über dessen Inhalt aus (Zulassung oder Ablehnung?); da brauche ich auch kein Online-Portal.

Richtet euch darauf ein, dass ihr die Hochschulzugangsberechtigung (Abitur etc.) sowie Diplomurkunde und Diplomzeugnis für die meisten Bewerbungen in beglaubigter Kopie braucht. Ein teures Unterfangen: Ich habe auf der Stadt München pro Kopie pro Dokument 5€ bezahlt.

Dokumente wie Lebenslauf und Motivationsschreiben wurden weniger oft gefordert als gedacht. Erlangen ist hier aber sehr fordernd.

Bewerbungszeit ist meist 1. Juni bis 15. Juli. Die TU München tanzt hier aus der Reihe, dort ist (soweit ich weiß) schon im Mai Schluss. Rechnet trotzdem damit, dass auch bei frühzeitiger Bewerbung Zu- und Absagen erst im August kommen.

4. Sonstiges

Einige Universitäten (Siegen, Rostock) schlagen bei einer Ablehnung vor, dass man sich vor dem Masterstudium in einen Bachelor-Studiengang einschreibt, um fehlende Vorkenntnisse nachzuholen. Im Falle der Universität Rostock ist dabei der zusätzliche Abschluss B.Sc. wohl nicht mal notwendig, man kann dann nur bei der Bewerbung zum Masterstudium mehr Vorkenntnisse (und Leistungspunkte oder bestandene Prüfungen) vorweisen.

Falls ihr noch Fragen habt, schreibt diese bitte in die Kommentare. Ich antworte so gut ich kann. Außerdem gibt es neben mir noch andere, die nach PI erneut studiert haben. Auch die können vielleicht die eine oder andere Frage beantworten oder allgemein ihren Senf dazu geben.

5. Fazit

Ich finde es erstaunlich, dass die Resonanz so unterschiedlich ausfällt. Ebenfalls erstaunlich finde ich, dass die Thematik “FH-Studium” für die Vorkenntnisse überhaupt keine Rolle gespielt hat. Das hatte ich definitiv anders erwartet. Und vielleicht habe ich das ja sogar dem Bologna-Prozess zu verdanken.

Für mich stellt sich nun die Frage: Braunschweig oder Erlangen?

8 Gedanken zu „Masterstudium

  1. M. Blendinger

    Zum Thema amtlich beglaubigte Kopien:

    Die meisten Pfarrämter (evang. + kath.) erstellen kostenlos amtlich beglaubigte Kopien, sofern sie nichts übersetzen müssen und sofern es nicht “zu viele Kopien” sind. Aber so zwei, drei mal Diplomurkunde und Zeugnis sollten drin sein. Vor mir getestet in Amberg und in München im Olympischen Dorf.

    Antworten
    1. Niels Beitragsautor

      Danke für den Tipp. Hätte ich das mal vorher gewusst 😀 Aber ich find das schon komisch, dass das so teuer ist. Wofür zahl’ ich denn Steuergelder?

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  2. Tobi

    Danke für deine detailierte Darstellung zum Master Studium. Dein Beitrag hat mir einen guten Einblick gegeben was möglich ist.
    Jedoch stellt sich mir die Frage ob durch den Master wirklich garantiert werden kann, die deutsche Patentanwaltsprüfung zu absolvieren?! Meines Wissens ist es doch so, dass ein zumindestes 80%iges technisches Vollzeitstudium von mindestens 3 Jahren verlangt wird oder?! Und das ist ein Master ja nicht…?

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    1. Niels Beitragsautor

      Also die Regelung (3 Jahre, 80%), auf die du abzielst, gibt es beim EPA, nicht aber beim DPMA.

      Ich bin der Überzeugung, dass jeder, der einen Master of Science Maschinenbau (oder Werkstofftechnik, Medizintechnik, Chemie, etc.) vorweisen kann, gleich behandelt werden muss. Ergo gehe ich fest davon aus, dass ich mit diesem Abschluss zur deutschen Patentanwaltsausbildung zugelassen werde.

      Was das EPA angeht, ist mir die direkte Zulassung nach drei Jahren (nach Beendigung des Masterstudiums) erstmal ziemlich egal. Dort könnte ich im größten Notfall auch über die 8-Jahres-Regelung zugelassen werden, wobei mir dann meine bisherigen drei Jahre Berufserfahrung ebenfalls gutgeschrieben werden müssen.

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      1. Ines

        Hi Tobi,

        die 80 % werden von dem ganzen absolvierten Studium zusammengerechnet, d. h. der Technikanteil des Bachelors und des Masters.

        Viele Grüße
        Ines

        Antworten
  3. Dan

    Hey Leute:)
    Ich mache derzeit meine Diplomarbeit und habe neben dieser noch drei weitere Prüfungen offen. Ab SS14 hatte ich ebenfalls vor meinen Master in Maschinenbau in Erlangen zu beginnen. Denkt ihr, dass das ohne weiteres möglich ist? Sprich stellt es ein großes Problem dar, wenn das Diplomzeugnis nur nachgereicht werden kann und sich die Uni lediglich mit meinem Notenblatt (und offener Prüfungen) zufrieden geben muss?? Laut Uniseite erfolgt in diesem Fall ein Qualifikationsfeststellungsverfahren…..problematisch oder nicht?? (NC hab ich;)

    2. Problem^^ (vorausgesetzt das erste ist keins): Möchte ein Jahr ins Ausland über das Erasmus Programm vorzugsweise ab dem WS14/15. Jetzt läuft die Bewerbungsfrist für Erasmus bezüglich des oben genannten Zeitpunkts schon Mitte Dezember aus, die Immatrikulationsfrist für das SS14 aber erst Mitte Januar glaube ich. Also, Bewerbung für Ausland möglich wenn noch keine sichere Immatrikulation vorliegt??

    Vielen Dank schon mal im Voraus:)

    Antworten
  4. Corina

    Hi Niels,

    erst mal vielen Dank für deine Übersicht- ich hab sie sehr interessiert gelesen. Hast du schon konkrete Aussagen von der Erlangener Uni bezügl. Maschinenbau? Hast du auch Infos bezgl. Teilzeitstudium oder Master-Fernstudiengänge?

    Viele Grüße
    Corina

    Antworten
  5. M. B.

    Ich könnte noch ein paar allgemeine Anmerkungen zu meinen Master-Erfahrungen machen:

    Gleich nach dem PI Studium hat sich ein Kollege und ich, beide gleichzeitig, für den Wi.-Ing. Master in Erlangen beworben. Alles offiziell ausgefüllt, beglaubigte Kopien, etc. und abgeschickt. Wir haben beide nie wieder etwas von der Uni Erlangen gehört. Keine Absage, gar nichts. Das war so Ende 2008 oder Anfang 2009, weiß nicht mehr genau.

    Die Fernuni Hagen / Elektrotechnik hat mich gleich genommen. Ohne irgendwelche zusätzlichen Leistungen, etc. Allerdings wird E-Technik da eingestellt und man kann jetzt höchstens noch Mathe oder Informatik als Master studieren…

    Dann weiß ich noch, dass die TU Kaiserslautern diverse technische Master-Fern-Studiengänge abietet. Ein PI-Kumpel hat da glaub ich eine Zusage bekommen. Außerdem gibts bei der TU Dresden noch Maschinenbau und Bauingenieur als Fernstudium.

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